Ihr Lieben,
Auch in Serbien, unserem 6. Land das wir durchreisen, haben wir den Frühling noch nicht gefunden! Bei euch in der Schweiz scheint er ja auch nicht zu sein so wie ihr in den Kommentaren schreibt, das ist ja unglaublich. Wahrscheinlich sind inzwischen auch die Wetter-Resistenten unter euch langsam deprimiert, ich kann das ja seeehr gut verstehen! Auch bei uns in Belgrad regnet es heute in Strömen – oha Belgrad, sagen nun die Landkarten-Versierten unter euch, so schnell können die zwei Pläuschler doch nicht geradelt sein?! Nein, nicht ganz, wir haben für eine Strecke den Zug genommen.
Von Ljubljana sind wir in zwei Tagen die 150km nach Zagreb gefahren, diese schöne Strecke führte dem Fluss Sawa entlang und war sehr angenehm flach und wir hatten oftmals Rückenwind – herrlich! Der Wind brachte uns aber auch ein paar Gewitter die wir weniger herrlich fanden. Zum ersten Mal überquerten wir auch eine „richtige“ Grenze und mussten sowohl bei der slowenischen Ausreise, als auch bei der kroatischen Einreise unsere Pässe vorlegen, die dann auch ganz genau untersucht wurden. Oder wollten die Beamten vielleicht einfach sehen, woher diese beiden Spinner auf dem Velo kommen?! Schon bald nach der Grenze waren wir in Zagreb, fuhren rund eine Stunde auf zweispurigen Strassen ohne Velostreifen ins Zentrum und waren dann überaus überrascht, nach den mässig ansehnlichen Suburbs auf eine wunderschöne Innenstadt zu treffen! Zagreb war wirklich eine Überraschung und wir genossen einen wunderbaren Tag mit Spaziergängen, Cafés und Bäckereien sowie der Planung unserer Weiterreise. Die Crew im Hostel, wo wir uns einquartierten, war zudem so begeistert von unserer Reise dass sie gleich einen Blogeintrag auf ihrer Webseite verfassten, wo spezielle Reisestories porträtiert und andere zum Reisen animieren werden sollen (http://www.brithostel-zagreb.com/index.php/en/brit-hostel-zagreb-blog/42-nora-and-michael-from-switzerland-to-asia).
Slowenien und auch Kroatien waren für uns sehr sympathische Länder, der Abfall wird sortiert (bravo!), es ist alles sehr sauber, die Hunde sind angeleint (besonders von mir gibt es dafür ein bravo!), das Wasser kann immer noch direkt ab dem Wasserhahn getrunken werden, in den Einkaufsläden gibt es keine Gratis-Plastiksäckli (nochmals ein bravo!). Und wenn wir schon beim Einkaufen sind: Der Detailhandel ist in diesem Ländern fest in deutschen Händen! Überall gibt es Lidl, Aldi (heisst hier Hofer), Spar, dm, OBI…die Produkte sind natürlich alle deutsch angeschrieben und mit entsprechender slowenischer bzw. kroatischer Beschreibung überklebt. Tja, was somit an Produkten in Europa herumgekarrt wird ist einfach nur unglaublich.
Da wir nun etwas pflichtbewusster die Karte studieren (und dies nun idealerweise mit Kaffeetrinken kombiniert haben) merkten wir, dass die 400km zwischen Zagreb und Belgrad auf kleinen Strassen durch flaches Sumpfland führte, was uns nicht wirklich anmachte. Zudem hofften wir, den Frühling in Serbien zu finden. So entschieden wir uns, den Zug zu nehmen und so die Strecke in rund 6,5 Stunden zurückzulegen. Die Grenzkontrolle nach Serbien fand im Zug statt und der Unterschied zu Kroatien hätte kaum grösser sein können: In Serbien wirkt alles heruntergekommener, baufälliger, es gibt viele Ruinen, uralte Autos, Graffiti und so viel Abfall liegt herum. Bei der Einfahrt nach Belgrad durch Vororte, die von Sowjet-Blocks geprägt waren, fühlten wir uns plötzlich sehr weit entfernt vom Europa, das wir kennen. Zusätzlich ist alles in kyrillischer Schrift angeschrieben, was es für uns nochmals fremder machte.
Mit dem Velo waren wir natürlich die Exoten auf Belgrads Strassen, haben dann unser Hostel aber gut gefunden. Obwohl wir auf besseres Wetter hofften, regnete es heute praktisch den ganzen Tag was wir dazu nutzten, unsere Weiterreise der Donau entlang zu planen. Einen Stadtrundgang haben wir dennoch während einer Regenpause gemacht und festgestellt, dass Belgrad wirklich nicht mit dem Attribut „schön“ in Verbindung gebracht werden kann. Aber die Stadt ist interessanter, als sie auf den ersten Blick aussieht. Zudem sind die ersten Kontakte mit den Serben sehr vielversprechend, überall wurde uns freundlich geholfen und wir sind sehr positiv überrascht. Auch das Hahnenwasser ist noch trinkbar, es gibt super Bäckereien und wunderbaren starken Kaffee. Was uns aber auch auffällt sind die kaputten Strassen, der Abfall, die Strassenhunde (oh nein!), es wird in Restaurants und Cafés überall noch geraucht (noch schlimmer!), überhaupt rauchen hier mehr Menschen als in der Schweiz, es herrscht wieder eine Plastiksäckli-Mentalität in den Läden, (Roma?)-Slums in den Vororten und omnipräsentes Grilled Meat. Und jetzt kommt es, liebe Baslerinnen und Basler: Hier in Belgrad fahren unsere alten Basler Drämmli herum!! Wir waren ganz überrascht, auf die Drämmli unserer Kindheit zu stossen, wisst ihr noch welche? Diejenigen mit den Holzbänken die „tsch-pffft“ machen wenn sie bremsen! Die grünen BVB und die gelben BLT Drämmli fahren hier herum, wir müssen immer lachen wenn wir sie sehen. Und fühlen uns der Heimat plötzlich wieder näher. Natürlich hat Miguel euch ein Foto gemacht, das müsst ihr euch anschauen!
Nun gehen wir morgen weiter der Donau entlang in Richtung Bulgarien, sofern wir aus dieser riesigen Stadt heil herauskommen. Wir sind sehr gespannt, was uns in Serbien noch alles erwarten wird. Zum ersten Mal auf dieser Reise haben wir das Gefühl, wirklich weit weg von Zuhause und schon näher an Istanbul zu sein. Jetzt fehlt nur noch das passende Wetter…wir wünschen uns und euch nun ein wenig Sonne und wärmere Temperaturen!
Liebe Grüsse!
Hey Ihr 2
Bi jo fascht vereggt wäge de Drämmli…aber jetzt wo ihrs saget, isch mir s au wieder yygfalle 🙂
Hoff, Euch gohts sowyt guet…abgsee vom Wätter (mir freuen ys uff Schnee bis 500m) – würg!
Wünsch Euch wyterhin e spannendi Zyt und freu mi scho jetzt uff wyteri Brichtli und Föteli.
Bis denne, Gruess
Rod
“Nachem Räägne, chunnts go Schiffe,
nachem Schiffe, do seichts,
in der Schweiz, in der Schweiz, in der Schweiz.” das Peach Wäber – Liedli hän sie wieder usgrabe…das seit scho alles zum sensationelle Friehligswätter do …! Aber wenn ich Eure Bricht so lies, denn goots Euch zumindescht Wind-und-Rägetechnisch ähnlich…! Irgendwie falle alli Friehligsgeburtsdääg das Joor wortwörtlich eher ins Wasser (do isch jo mine fascht no gmietlig gsy hihi), Prognose isch au für am 31. Mai eher “wäääh”…naja, mir mache wie immer s’Beschti druss, bliebt jo nüt anders übrig…! Sehr luschtig mit de BVB+BLT-Drämmlis! Und cool isch jo dr Bricht vo däm Hostel, :-)! Ihr händ rächt, dass Ihr die bitz “langwieligere” miehsamere Abschnitt mängmol au diend velotechnisch uslo, es söll jo au no Spass mache 🙂 Dängg viel an Euch und freu mi immer sehr über Fötelis und Brichtlis! Big Hug!
DANKE! für die Drämmli-Fotos, die ich meinem Basler Papi zeigen werde. Er wird sich sehr darüber freuen. Lg
Huhu ihr zwei. Also die Bilder mit Räge druf kenne mir au do zu genüge…hoff, s Wätter wird besser für euch und uns!
Das isch luschtig mit de Drämmli. Gseht irgendwie so vertraut us 🙂
Reiset guet witer! Adeee
Aua, ihr zwei, schon soooo weit! Eindrücklich wie Kroatien und Serbien, in Bezug auf was ihr beschreibt, verschieden sind. Ihr seid ja wirklich beeindruckende “Stars” geworden
(s. Hostel in Zagreb). Ich verfolge im Atlas eure Route, werdet ihr über Sofia fahren?? Passt gut auf eure Velos auf, in Bulgarien werde scheins sehr nach guten Velos Ausschau gehalten….. (Rumänien auch). Übrigens Michael, mach doch mal ein Bild von eurem Zelt, wenn es steht, mit Vordach etc… Übers Wetter sagen wir nichts mehr…….Einfach nur, gute Fahrt weiterhin, es kann nur besser werden. Ganz lieb mit euch Mary-Jones
Hui Belgrad, so toll! Do hämmer vo Eusem Serbie-Kroatietrip au no es paar läbhafti Erinnerige ;-)) Unter anderem wie d Marija sich mit Orthodoxe Mönch “agleggt” het, will mir alli brav kleidet s Kloster händ welle go bsueche, jedoch leider, leider nid dra dänkt händ, dass au d Fuessknöchel sötte bedeckt sy. Mir händ denn nid ine dörfe und d Marija het dene liicht schockierte Herre uf Serbisch nachdrücklich erklärt, dass Gott sie schliesslich ohni Kleider erschaffe, do wärd er dr Ablick vo ihre Fuessknöchel wohl scho erträge. Aber dodermit isch d Klosterpforte definitiv gschlosse bliibe ;-)).
Was ihr vo dr Fründlichkeit vo de Lüt brichtet isch eus au ufgfalle. S “Balkanbild” wo bi Eus so vorherscht isch ebe scho seeehr negativ prägt und das fälschlicherwiis.
Jetzt hoffi, dass ihr mittlerwiile doch no in Südosteuropa kli Früehlig gfunde händ, do ischs nach wie vor emol e halbe Tag schon und denn abr wieder regnerisch und 12(!) Grad. Guet, als Schwangeri machts kli weniger, mä het einersits weniger kalt und anderersits sind den die vermaledeite Stützstrümpf nid ganz sooo unagnähm 😉 Abr suscht unterstütz euse Krümi Euch mit em einte oder andere mittlerwiile scho ganz kräftige Fuesstritt und pedalt immer wieder mit odr gluckst im Tackt 😉
Also denn, viel Energie für Euchi Wädli und liebi Grüess nach Serbie.
PS falls Dir an Nis verby kömmed, denn gönd go dr Totekopfturm aluege ;-))
Hallo ihr zwei Radler:-)
D Beni und ich lässe eure Blog regelmäßig. Es macht Spass euch z’begleite und euri Erlebniss z’lässe.
Mir sind zur Zit in d USA ( San Francisco) und am 11.06.13 näme mir e Wohnmobil und fahre in Norde:-)
Mir wünsche euch no viel Spass
Lg Andrea Connor und Beni