Sonne, Wein & gutes Essen!

Ja, Guido hat es schon verraten – wir sind auf der Weinroute unterwegs und geniessen hier im Südtirol wunderbaren Wein, super Essen und seit gestern scheint auch nach einer grauen Woche endlich wieder die Sonne! So passt uns das. Übrigens haben wir unsere angekündigte Alkoholpause nach der Abreise definitiv auf später verschoben – das Südtirol bietet einfach zu guten Wein den wir natürlich unbedingt probieren müssen! Etwas ausserhalb der schönen Stadt Bozen haben wir uns auf dem Campingplatz einquartiert und machen nun etwas Velopause (diesmal wirklich velofrei – wir fahren nur die ca. 4km ins Stadtzentrum, ich glaube wir müssen wohl velofrei in „Velohosen-frei“ umbenennen, das macht nämlich den Unterschied aus.

Aber zuerst mussten wir uns das Südtirol über den Ofenpass erradeln. Bei ein paar  Sonnenstrahlen (oha!) starteten wir in Zernez mit zusätzlich drei geschenkten Stück Nusstorte von der Hotelierfamilie und unseren Schweizer Kostbarkeiten aus der Migros (Biberli und ein paar Tafeln unserer Lieblingsschoggi, schliesslich sind die feinen Brownies und die Spitzbuben mittlerweile Geschichte) im Gepäck den Aufstieg. Schon bald waren wir im Nationalpark und nach einigen steilen Kurven zu Beginn wurde es dann etwas flacher.

Erster Wegweiser nach Bozen in Zernez

Erster Wegweiser nach Bozen in Zernez

Erste Aussicht beim Aufstieg Ofenpass

Erste Aussicht beim Aufstieg Ofenpass

Dieser Pass ist wirklich wunderschön und die steilen Täler und bewaldeten Hügel machten uns die Anstrengung etwas einfacher. Vergebens hielt ich nach einem Murmeli oder einem Steinbock Ausschau – das erwartet man doch in einem Nationalpark, nicht?! Naja, vielleicht haben die vielen Autos, die mit uns über den Pass wollten, alle verscheucht. Mit unserem Gepäck war der Aufstieg recht anstrengend und wer schon mal über den Pass fuhr (ob mit Velo oder Auto) erinnert sich vielleicht, dass kurz vor der Passhöhe wenn das Häuschen mit Restaurant schon in Sichtweite ist, noch gaaanz viele und gaaanze steile Kurven kommen – save the best for last! Ich fand das überhaupt nicht lustig, meine Beine auch nicht, Miguel leidete still und ich leidete laut, kurz vor der Passhöhe fing es natürlich noch an zu schneeregnen und windete uns entgegen und ich dachte, wir kommen nie mehr oben an. Immerhin sahen wir genau dann neben der Strasse noch eine Gemse, was uns etwas ablenkte. Oben angekommen (das Foto machten wir genau nach der Ankunft beim Pass-Schild) schnell ins Restaurant und absitzen, diesmal ohne Nussgipfel aber mit Kaffee. Und tapfer ertrugen wir die mitleidigen Blicke der Autoreisenden die wohl dachten, dene spinnts wohl mitem Velo do ufe zfahre. Naja, wir gewöhnen uns daran.

Miguel schnauft an

Miguel schnauft an

Nora schnauft auch an

Nora schnauft auch an

Geschafft!

Geschafft!

Als wir uns für die Abfahrt bereitmachten (Regenhose und -jacke, denn es sah wieder einmal nach Regen aus) hielt das Postauto aus Zernez auf der Passhöhe und zwei Mädels stiegen aus und luden ganz verschämt ihre Velos aus dem Bus. Ha, ertappt!! Natürlich kamen wir sofort ins Gespräch und die beiden erzählen, dass sie von Zernez (bzw. von der Passhöhe Ofenpass um genau zu sein!) mit dem Velo bis Verona fahren wollen. Bravo sagten wir da. Danach sausten wir die steilen Kurven herunter ins Müstertal, wurden pflotschnass weil es – natürlich – wieder einmal regnete, aber immerhin wurde es mit den sinkenden Höhenmetern auch wärmer und besuchten in Müstair, wo es überraschenderweise doch noch paar Sonnenstrahlen gab, das Kloster mit den berühmten Fresken.

Abfahrt ins Münstertal

Abfahrt ins Münstertal

In Müstair, dem letzten Ort vor der Grenze, investieren wir noch unsere letzten Schweizer Fränkli im Volg und luden weitere Kostbarkeiten in unsere Taschen: Ragusa und Minor-Schoggistengeli, danach blieben nur noch 25 Rappen übrig. Vor dem Volg warteten dann zwei weitere Radler, die unsere Velos vor dem Volg sahen und wissen wollten, wer da so „professionell“ (Zitat) unterwegs ist! Uh, was für ein Kompliment. Wir kommen uns eher vor wie die Plauschvelöler, ständig e Kaffi, e Pause, chli am Ässe und chli Sii. Das Vater-Sohn-Duo kam auch am selben Tag wie wir über den Ofenpass (und haben die Schöggeler-Mädels auch getroffen!) und wollen bis nach Venedig fahren bzw. haben ihr Ziel in der Zwischenzeit schon erreicht.

Die Schweizer Grenze zu überqueren war sehr speziell, seit dann sind wir mental aber auch weiter weg als vorher und nicht mehr „nur“ auf einem Schweizertürli. Das schöne Südtirol hat uns dann aber landschaftlich sehr überrascht, auch das Wetter wird jeden Tag besser und die kleinen Dörfer sind wunderschön. Dazu perfekte Radwege, eine dazugehörige perfekte Ausschilderung und immer geht es etwas bergab – wunderbar, eine schöne Ferienregion ist das! Vom Städtchen Glurns ging es weiter nach Meran und auf dem Weg dorthin besuchten wir in Naturns noch (das von Guido schon mehrmals erwähnte) Kirchlein von St. Prokulus mit den Malereien aus dem 7. Jh, ein wirklich schöner Ort! Danke für den Tipp, wir sind ja an der Salmenstrasse mit Südtiroler Wein und den Reiseerzählungen von Guido und Franziska super auf diese Region vorbereitet worden! Nun sind wir in Bozen auf 260m.ü.M., es ist auch deutlich wärmer und wir sind am Geniessen, Schlemmen und Weintrinken. Und heute morgen das erste Mal seit Tagen nicht aus einem tropfnassen, sondern aus einem sonnenbeschienenen Zelt gekrochen, da schmeckt sogar der Kaffee aus unserem Tschingge-Maschineli gleich besser (wie konnten wir übrigens daran zweifeln, dieses Ding mitzunehmen?! Das rettet uns auch bei den tropfnassen-Zelt-Morgen). 

Übrigens ist aus dem täglichen Nussgipfel (den besten haben wir übrigens in der Bäckerei gegenüber vom Bahnhof Romanshorn gegessen!) ein tägliches Gelato geworden, auch gut.

Byebye Svizzera

Byebye Svizzera

Veloweg durch blühende Apfelplantagen

Veloweg durch blühende Apfelplantagen

Wieder einmal eine Pause...

Wieder einmal eine Pause…

Und das ist St. Prokolus!

Und das ist St. Prokolus!

Bozen

Bozen

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Heute an unserem Velohosen-freien Tag wollen wir noch das Museum besuchen, wo Ötzi liegt und nochmals durch die schönen Gassen von Bozen schlendern. Danach kommt wieder der Velo-Ernst des Lebens und wir fahren das Tal hoch in Richtung Brixen und Österreich / Nordslowenien, vielleicht fahren wir morgen los, vielleicht erst übermorgen. Mal sehen.

Danke für eure lieben Kommentare, wir müssen öfters lachen darüber und freuen uns immer! Und hoffen, dass ihr auch nach einem halben Jahr immer noch mit uns mitreist, auch wenn ihr dann etwas weniger auf dem Blog klickt wie die Blöden (Zitat Lidia :)).

Wir schicken euch etwas Sonne aus dem Südtirol, sollte der Frühling immer noch nicht in Basel sein.

10 thoughts on “Sonne, Wein & gutes Essen!

  1. Komplimänt!!! Jetzt händ ihr die ersti grossi Ansträngig gschafft. Also ich han au dänkt, dass es im Nationalpark nume so wimmlet vo Murmeli und so…jänu. Immerhin e Gämsi. Ihr wärdet sicher au in de andere Länder feini Sache zum Ässe finde 🙂 D Biberli und d Minorschoggi gits halt erst imene Zitli wieder.
    Danke für dä Bricht und gueti Witerreis. hebet Sorg!

  2. WOW.. Kompliment. Ich bin erscht ei mol wissentlich über de Ofepass gfahre…aber natürlich mit em Auto.
    Euren Blog z lese isch immer wieder sehr spannend. Und ich ha mengmol s Gfühl fascht selber debii z’si. Sehr toll gschriibe.

    Ich wünsch eu wiiterhin viel Gsundheit und tolli Erlebnis

    Bob

  3. Jetzt händ ihr also s Schwizerländli definitiv verlo und gniessed s wunderbare Südtirol… Me wird jo scho grad chli nidisch bi däm Bricht und es tönt eimol meh sehr verlockend und es isch wunderbar möglich, mit euch beidne mitz’reise. Danke villmol!
    I hätt aber no en chline Wunsch: Ich hätt gärn es Wädli-Föteli zu Beginn vo euchere Reis… 😉 Wenn me se denn mit dene Wädli verglicht, wo im färne Oste wärde acho, denn gits sicher en spannende “Vorher-Nachher-Effekt” 🙂
    Wünsch euch witerhin e gueti, unfallfreii Reis und schick e härzlichi Umarmig!
    Pe

  4. Hej ihr zwei! Schön vo euch z’läse! Z’Basel isch’s Summerwetter nonig ganz ako. Drum hän mir eure Grill nonig könne yweihe..isch aber defnitiv plant. Haen er no gnueg Dextro-Energe jetzt wo d’Nussgipgel wegfalle?! …sunscht eifach sage, mir schigge es Fresspäckli mit FEDEX (Tip Fredi).
    Wünsche euch wieterhin e gueti Fahrt! Hebet Sorg!
    C&F

  5. hallo ihr lieben!
    es ist toll für uns, nochmals mit euch die strecke “fahren” zu können. alles ist wieder so present, vorallem die killer-steigung am schluss des ofenpasses. aber dann wird man ja mit der herrlichen abfahrt so richtig belohnt.
    beim lesen eures blog hatten wir ein bisschen gänsehaut, wässrige augen und natürlich fernweh…
    geniesst die freiheit, die natur und alle tollen begegnungen (für uns auch einwenig!)
    herzliche grüsse und viel rückenwind
    mireille & roger

  6. Serves ihr beiden

    Ihr seht dev noch zu Europäisch aus, Nora noch mit wenig Sommersprossen und Michi definitv mit zu kurzen Bartstoppeln 😉

    Scherz am Rande, beste Grüsse dem Profi-Team

    GRX

    Céd

  7. Ihr zwei Liebe, morn sinds scho zwei Wuche sitem Adee do a dr Salmi. Dr Brief isch acho und das mit dr Bank wird nöchscht Wuche erledigt…. Gälled dr Prokulus mit sine Chüeh isch eimolig! Händer em Ötzi en Gruess vo euis gseit? Gniesseds witerhin und gniessed au immer wieder es Gläsli Wii. Danke für die spannende Bricht
    E feschti Umarmig und es grosses Bhüetech
    Franziska

  8. Hihihi, also das würd ich alles au sofort mitmache. Usser s’Velofahre. Öhm, finde den Fehler… 😉
    Ich finds super, dass s’Syy näbem Velöle nid z’churz chunt!
    Lönds euch guet go, danke dassi wieder darf virtuell mitreise!!

  9. Hallo Nora und Miguel
    Seit mir Franziska am vergangenen Sonntag Eure Adresse gegeben hat, verfolge ich Eure Reise mit grossem Interesse. Oh ja, die Kurven am Ofenpass kenne ich gut – wie habe ich da gelitten – im Postauto! war mir schlecht ….!!!
    Gestern war ich auf eurem ‘alten’ Blog und habe euren Beitrag über Burma gelesen, denn im Herbst werden mein Mann und ich dieses Land bereisen – aber als Pauschalreise. Für Busreisen wie Ihr sie erlebt habt, fühle ich mich nicht geeignet! Was Ihr erlebt hat, trägt dazu bei, dass meine Vorfreude noch grösser wird. Euch beiden wünsche ich eine spannende, pannenfreie Weiterreise.
    Alles Gute! Monika

  10. Hallo ihr zwei Lieben
    Ich habe natürlich Eure Reise auch mit viel Vergnügen verfolgt. Leider macht das Wetter diesen Frühling nicht so viel Spass, ich hoffe auch für Euch, dass sich das bald ändert. Ich hoffe ,Ihr habt nicht zu viele Berge in Eurer Route , damit es nicht eine Wander- statt einer Velotour gibt.Eure Reiseberichte sind so unterhaltend, dass man wirklich das Gefühl hat dabei zu sein..liebi Griessli und sonnige Weiterreise. Rita

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